Der Südkurier hat einen Artikel veröffentlicht, in dem Frau Bogner-Unden Vorteile des geplanten Windparks für Wald und die Gemeinde vorstellt. Den Artikel dürfen wir aus urheberrechtlichen Gründen hier nicht wiedergeben – er ist aber direkt beim Südkurier nachzulesen:

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Wer die Debatte um den geplanten Windpark in Wald aufmerksam verfolgt, erlebt derzeit ein bezeichnendes Lehrstück politischer Realitätsverweigerung. In einer Stellungnahme versucht Frau Bogner-Unden (Bündnis 90/Die Grünen), das Großprojekt der Firma Alterric als Gewinn für unsere Gemeinde darzustellen. Bei genauerem Hinsehen entpuppen sich ihre Thesen jedoch als eine Aneinanderreihung von Scheinargumenten, rechtlichen Fehlannahmen und offensichtlich ungeprüft übernommenen KI-Versatzstücken.

Die Bürgerinitiative für eine lebenswerte Zukunft – Wald stellt sich keineswegs prinzipiell gegen die Energiewende. Wir fordern jedoch, dass Projekte ökologisch vertretbar, ökonomisch sinnvoll und mit Rücksicht auf die betroffenen Menschen vor Ort geplant werden. Ein genauer Blick auf die Fakten zeigt, warum die aktuellen Planungen all diese Kriterien verfehlen.

1. Wald beweist längst: Echte Energiewende geht anders

Gerne wird den Kritikern vor Ort unterstellt, sie wollten die Energiewende behindern. Für Wald greift dieser Vorwurf komplett ins Leere. Wald ist bereits seit 2016 offiziell als Bioenergiedorf zertifiziert. Durch Photovoltaikanlagen und moderne Biomasse-Nutzung erzeugt unsere Gemeinde schon heute rund 130 Prozent des eigenen Strombedarfs direkt vor Ort.

Wald leistet somit seit Jahren einen überdurchschnittlichen Beitrag zum Klimaschutz – und zwar dezentral, bürgernah und im Einklang mit Mensch und Natur. Ein Industriekraftwerk im Wald durchzudrücken, dient nicht der regionalen Versorgung, sondern ausschließlich den Renditeinteressen auswärtiger Investoren.

2. Das Märchen vom 1.000-Meter-Abstand: Wenn KI die Realität ersetzt

Besonders bezeichnend ist die Behauptung von Frau Bogner-Unden, für Windkraftanlagen gelte ein „gesetzlicher Mindestabstand von 1.000 Metern“. Diese Aussage ist schlichtweg falsch und entlarvt den Text als fehlerhafte KI-Generierung ohne fachliche Prüfung:

Man sollte eigentlich erwarten können, dass eine Politikerin, die sich öffentlich in eine so weitreichende Debatte einmischt, sich wenigstens mit den elementaren Fakten auseinandersetzt oder zumindest einmal einen Blick in die vorliegenden Antragsunterlagen wirft. Wer stattdessen ungeprüfte Falschbehauptungen verbreitet und nicht einmal die realen Abstände und rechtlichen Rahmenbedingungen im eigenen Bundesland kennt, verliert jede Glaubwürdigkeit in der Debatte.

3. Lärm und Schattenwurf: Dreischichtbetrieb direkt vor der Haustür

Die extrem knappe Distanz zur Wohnbebauung ist keine theoretische Zahl, sondern hat handfeste Konsequenzen für die Gesundheit und Lebensqualität der Anwohner. Ein Blick in die offiziellen Antragsunterlagen offenbart brisante Details:

An mehreren Messpunkten werden die gesetzlich vorgeschriebenen Immissionsrichtwerte für Lärm und Schattenwurf deutlich überschritten. Da moderne Großwindanlagen kontinuierlich betrieben werden, droht den Anwohnern faktisch eine dauerhafte Belastung rund um die Uhr – vergleichbar mit einem industriellen Dreischichtbetrieb in unmittelbarer Nachbarschaft zu reinen Wohn- und Erholungsgebieten.

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4. Finanzielle Illusionen: Gesetzliche Pflichten als Wohltaten verkauft

Um dem Projekt Akzeptanz zu verschaffen, wird regelmäßig mit finanziellen Vorteilen für die Gemeindekasse geworben. Auch hier lohnt die Richtigstellung der Tatsachen:

🔗 Weiterführende Informationen: Eine detaillierte Aufschlüsselung der wirtschaftlichen Hintergründe und Subventionsmechanismen finden Sie auf unserer Themenseite Wind & Wirtschaftlichkeit.

5. Die Mär von 350 m² Versiegelung: Reale Zerstörung statt ungeprüfter KI-Behauptungen

Ein weiterer eklatanter Punkt, der die Ahnungslosigkeit der Argumentation unterstreicht, ist die Behauptung von Frau Bogner-Unden, pro Windrad würden lediglich „350 Quadratmeter Boden dauerhaft versiegelt“.

Diese Zahl entpuppt sich bei einem Blick in die Fakten als eine weitere ungeprüfte KI-Falschbehauptung: Aus den offiziellen Antragsunterlagen geht schwarz auf weiß hervor, dass allein das Fundament eines einzigen Windrads bereits 865 Quadratmeter umfasst – also fast das Zweieinhalbfache der von ihr genannten Zahl.

Dazu kommt: Wer nur das Fundament betrachtet, blendet die wahren Dimensionen des Eingriffs ohnehin völlig aus:

Von angeblich minimalen 350 Quadratmetern zu sprechen, ist schlichte Desinformation. In der Realität droht pro Anlage die Rodung und nachhaltige Zerstörung von mehreren tausend Quadratmetern gesunder Waldfläche.

6. Das Schreckgespenst der Waldsperrung: Ein Blick ins Landeswaldgesetz hilft

Völlig haltlos ist die Warnung, Großprivatwaldbesitzer könnten der Bevölkerung im Konfliktfall das Betreten des Waldes verbieten oder Wege sperren. Hier wird versucht, mit rechtlich unhaltbaren Drohkulissen Stimmung zu machen:

Das Recht auf Erholung im Wald und das freie Betretungsrecht für jedermann sind in § 37 des Landeswaldgesetzes Baden-Württemberg (LWaldG) klar verankert. Dieses Recht der Bürgerinnen und Bürger steht nicht zur Disposition und hängt keineswegs vom privaten „Wohlwollen“ oder den wirtschaftlichen Interessen von Großgrundbesitzern ab (Art. 14 Abs. 2 GG: „Eigentum verpflichtet“).

Was Frau Bogner-Unden dabei völlig verkennt: Die tatsächliche Bedrohung für den Naherholungsraum geht nicht von angeblichen Betretungsverboten aus, sondern vom Bau des Windparks selbst. Beliebte Einrichtungen wie der Trimm-dich-Pfad werden schlicht Geschichte sein – sie existieren nach Abholzungen, massiven Bodenversiegelungen und den unvermeidlichen Gefahrenbereichen wie etwa durch winterlichen Eiswurf faktisch nicht mehr.

7. Ökonomischer und ökologischer Schildbürgerstreich: Subventionsrendite statt volkswirtschaftlicher Vernunft

Die von Frau Bogner-Unden beschworene Wirtschaftlichkeit des Projekts ist bei genauer Betrachtung eine reine Mogelpackung. Sie existiert ausschließlich aus der betriebswirtschaftlichen Sicht des Investors und des Großgrundbesitzers, die von garantierten Einspeisevergütungen und massiven staatlichen Subventionen profitieren.

Betrachtet man jedoch das Gesamtbild, ist das Vorhaben ein teurer Fehltritt:

Einen wertvollen Naturraum, Wasserspeicher und CO₂-Senke zu zerstören, um in einer Flaute-Region subventionierte Industrieanlagen aufzustellen, hat mit intelligenter Energiepolitik nichts zu tun. Diese finanziellen Mittel und Ressourcen wären an windhöffigen, naturverträglichen Standorten volkswirtschaftlich um ein Vielfaches sinnvoller investiert.

Politischer Realitätsverlust statt sachlicher Dialog

Früher stand die Umweltpolitik der Grünen für glaubwürdigen Natur-, Wald- und Artenschutz. Wenn eine Politikerin wie Frau Bogner-Unden diese Grundwerte über Bord wirft und grundlegende Sachkenntnisse vor Ort durch ungeprüfte KI-Standardtexte ersetzt, offenbart dies eine bedenkliche Entfremdung von den Bürgern ihrer Heimatgemeinde.

Klimaschutz gelingt nicht gegen die Menschen und nicht durch die Zerstörung unserer letzten intakten Naturräume. Die Bürgerinitiative für eine lebenswerte Zukunft – Wald wird sich weiterhin mit fundierten Fakten, rechtlichen Mitteln und voller Überzeugung für den Erhalt unserer Heimat, unserer Natur und unserer Lebensqualität einsetzen.

Überzeugt? Dann zählt jetzt Ihre Unterschrift.

Die Petition läuft noch bis zum 25. Oktober 2026.