Eine neue Fachstudie liefert wissenschaftliche Hinweise zur Lärmentwicklung und Schallausbreitung von Windparks. Es handelt sich um eine Simulationsstudie (Large-Eddy-Simulationen in Verbindung mit Akustikmodellen), nicht um Messungen vor Ort.

Die Autoren: Jules Colas, Ariane Emmanuelli und Didier Dragna (École Centrale de Lyon / CNRS, Frankreich) sowie Richard J. A. M. Stevens (Universität Twente, Niederlande). Die Studie ist im Fachjournal Renewable Energy erschienen.

Die Kernergebnisse

Warum die Ergebnisse gegen das deutsche Interimsverfahren sprechen

In Genehmigungsverfahren in Deutschland wird standardmäßig das sogenannte Interimsverfahren (nach den LAI-Hinweisen auf Basis der DIN ISO 9613-2) zur Immissionsprognose angewandt. Nach unserer Einordnung zeigt die Studie wesentliche Schwachstellen dieser Praxis:

Fazit

Die offiziellen Berechnungsverfahren stellen vereinfachte Rechenmodelle dar, die entscheidende physikalische Bündelungs- und Ausbreitungseffekte innerhalb eines realen Windparks nicht erfassen. Dass ein Windpark auf dem Papier alle Grenzwerte einhält, schließt reale, strömungsbedingte Lärmspitzen und spürbare Belästigungen am Boden somit nicht aus.

Quelle: Colas et al., „Modeling wind farm noise emission and propagation: Effects of flow and layout“, Renewable Energy, 2026 – zur Veröffentlichung · Vorabfassung (arXiv)

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